Pluvo für HR und betriebliche Weiterbildung
|
June 24, 2021

Der Nutzen von Gamification bei Assessments

Gamification macht Assessments zuverlässiger und schwieriger zu manipulieren als einen herkömmlichen Fragebogen.

Sie haben es sicher schon einmal selbst erlebt oder einen Bewerber dazu geschickt: das traditionelle Assessment. Einen Posteingang sortieren, von einem ernst dreinblickenden Psychologen zu schwierigen Praxissituationen befragt werden oder einen ellenlangen Fragebogen voller scheinbar irrelevanter Auswahlmöglichkeiten ausfüllen.

Das ist wirklich kein Vergnügen, wenn man sich zwischen „knisterndes Kaminfeuer“ oder „schöner Sonnenuntergang“ entscheiden muss (kein Scherz!).

Ein solches Assessment gewinnt nicht gerade den Beliebtheitspreis. Die meisten Kandidaten empfinden einen psychologischen Test als eine bittere Pille, die man einfach schlucken muss, wenn man den Traumjob haben will.

Sie bereiten sich ausgiebig über eines der zahllosen Übungs-Assessments vor, sodass sie darauf trainiert sind, erwünschte Antworten zu geben und so zu reagieren, wie sie glauben, dass der Arbeitgeber es gerne sehen möchte.

Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Arbeitgeber ebenfalls ihre Zweifel haben und das Assessment am liebsten überspringen würden, wenn es möglich wäre. Doch das ist schade.

Wie wir bereits in einem früheren Blog geschrieben haben, kann ein guter Test wertvolle Informationen für den Arbeitgeber und den Mitarbeiter liefern. Deshalb geben wir gerne einige Tipps, mit denen das Assessment auf der HR-Skala ein gutes Stück nach oben klettern kann. Unser Zauberwort: Gamification.

Gamification ist eine ernsthaft gute Idee

Ein gut konzipiertes gamifiziertes Assessment hat definitiv Vorteile. Es macht nicht nur mehr Spaß, sondern liefert auch zuverlässigere Ergebnisse.

Bei der richtigen Herangehensweise reagiert ein Kandidat intuitiver, ohne Vorurteile im Hinterkopf oder endlos einstudierte Standardantworten. Die Ergebnisse lassen sich kaum manipulieren.

Man muss spielerisch und ad hoc auf neue Umstände reagieren. Bevorzugte Verhaltensweisen und persönliche Motive kommen zum Vorschein, Soft Skills (Entscheidungsfreudigkeit, Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit, um nur einige zu nennen) werden zuverlässiger gemessen.

Auch das Leistungsniveau lässt sich durch den Einsatz einer Spielsimulation (auch bekannt als Serious Game) oder durch den Einbau eines oder mehrerer Spielelemente in das Assessment genauer vorhersagen.

Lassen Sie sich nicht von dem Etikett Spiel täuschen: Es ist keineswegs nur eine leichte Angelegenheit. Das Ziel ist ernsthaft, schließlich geht es um Personalbeschaffung oder Karriereentwicklung.

Gehen Sie die Gamifizierung des Assessments also wohlüberlegt an, um zu vermeiden, dass Sie am Ziel vorbeischießen. Ein paar Tipps:

1. Nehmen Sie die Zielgruppe ernst

Versetzen Sie sich in die Lage des Kandidaten und überlegen Sie, wie er oder sie das Spiel erleben wird. Er oder sie muss sich ernst genommen fühlen. Das Spiel muss gut und ansprechend gestaltet sein und darf auf keinen Fall zu kindisch wirken.

Machen Sie den Test auch nicht zu einfach oder zu kurz: Man möchte schließlich die echte Chance haben, sich zu beweisen.

Es ist nicht gut, das Spiel zu schnell durchzupeitschen: Zu viel Eile macht den Test weniger glaubwürdig und fundiert. Lassen Sie den Test ruhig 10 bis maximal 30 Minuten dauern; das fühlt sich für den Kandidaten besser an und vermittelt ein realistischeres Bild der Fähigkeiten des „Spielers“.

Indem Sie sich etwas mehr Zeit nehmen, können Sie besser überprüfen, ob die Reaktionen einer Person konsistent sind, und haben die Möglichkeit, die Skills auf mehreren Ebenen zu testen.

‍2. Passen Sie das Spiel klar an die Funktion an‍

Natürlich ist ein gamified Assessment deutlich unterhaltsamer und aktiver als die verstaubten Fragebögen und schwierigen Gespräche von früher. Aber übertreiben Sie es nicht mit Humor und Lockerheit; das Spiel darf sich durchaus wie ein Test anfühlen, denn das ist es schließlich auch.

Sorgen Sie dafür, dass ein Assessment klar auf das Testziel ausgerichtet ist; vermeiden Sie, dass sich der Kandidat während des Spiels fragt, warum er etwas tun muss. Schießen Sie auch beim kreativen Design des Tests nicht über das Ziel hinaus: Die Ergebnisse müssen schließlich einen praktischen Nutzen haben. Erstellen Sie daher vor der Entwicklung des Spiels eine Bestandsaufnahme dessen, was genau Sie bei einem Kandidaten testen möchten.

Welche Fähigkeiten sind erforderlich, um die Funktion erfolgreich auszuüben, welches Intelligenz- und Leistungsniveau ist wünschenswert und welche Persönlichkeit wird im Team dringend gesucht?

Versuchen Sie, die reale Situation so naturgetreu wie möglich nachzubilden. Ein hoher Wiedererkennungswert erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Reaktion derjenigen im Arbeitsalltag entspricht.

3. Eine gute Balance zwischen Anpassungsfähigkeit und Standardisierung

Ein gutes Gamification-Konzept passt sich den Ergebnissen und dem Leistungsvermögen des jeweiligen Kandidaten an.

Schließlich führt jede persönliche Entscheidung zu einem anderen Ergebnis. Dennoch ist es wichtig, dass Sie im Auge behalten, an welchem Maßstab Sie die Endergebnisse messen wollen. Sie möchten Kandidaten miteinander vergleichen können und haben natürlich (siehe Tipp 2) klare Anforderungen formuliert, von denen Sie nicht zu schnell abweichen sollten.

Behalten Sie daher genau im Blick, was gemessen werden soll, worauf der Kandidat bewertet wird und wann jemand das Auswahlverfahren erfolgreich besteht. Klare, gemeinsame Standards sind nicht nur für Sie als Arbeitgeber nützlich, sondern auch gegenüber dem Kandidaten transparent.

Und wie geht es jetzt weiter?

‍Gamification bei Assessments bietet also viele Vorteile und Möglichkeiten. Aber… wie setzen Sie das in die Praxis um? Kontaktieren Sie uns gerne, wir helfen Ihnen weiter!

Starten Sie noch heute mit Pluvo
Gespräch vereinbaren
Blog

Weiterlesen

Lassen Sie sich von unseren anderen Blogbeiträgen inspirieren

Keine Einträge gefunden.