Mentoring-Programm: auch in einer Produktionsumgebung sehr wertvoll!
Ein Mentor teilt nicht nur sein Wissen, sondern auch sein Netzwerk. So bauen Sie ein Mentorenprogramm am Arbeitsplatz auf.

In einem früheren Blogbeitrag haben wir bereits über den Mehrwert eines Buddys beim Onboarding neuer Mitarbeiter geschrieben. In jedem Arbeitsumfeld sorgt menschlicher Kontakt für ein herzlicheres Willkommen als jeder Blumenstrauß oder High-Tech-Laptop. Das gilt im Büro genauso wie in einer Fabrik oder einer Pflegeeinrichtung.
Ein Mentor am Arbeitsplatz ist ebenfalls sehr wertvoll, geht aber in Bezug auf Ausbildung und persönliche Entwicklung noch eine wichtige Ebene tiefer als ein Buddy. Gerade in einer Produktionsumgebung ist das besonders nützlich. In diesem Blog erklären wir, warum das so ist und wie man ein Mentoring-Programm sinnvoll gestalten kann.
Was ist ein Mentoring-Programm?
Von einem Mentoring-Programm spricht man, wenn ein Mentor über einen längeren Zeitraum mit einem oder mehreren Mentees zusammenarbeitet. Das Ziel des Mentorings ist meist die Weitergabe von Wissen oder Fähigkeiten, über die die andere Person noch nicht verfügt. Dabei kann es sich um praktische Dinge handeln, die direkt mit der Produktion zu tun haben, aber oft öffnet ein Mentor auch sein Netzwerk für den Mentee, damit dieser ebenfalls berufliche Beziehungen aufbauen kann.
Mentoring ist übrigens nicht dasselbe wie Coaching, auch wenn es vielleicht so aussieht. Ein Mentor gibt Ratschläge und Orientierung in einem Fachgebiet, in dem er oder sie selbst über ausreichend Erfahrung verfügt. Ein Coach besitzt zwar, genau wie ein Mentor, die Fähigkeiten, jemanden zu begleiten, muss aber nicht zwingend über dasselbe inhaltliche Fachwissen oder dieselbe Kompetenz wie der Coachee verfügen.
Die Vorteile von Mentoring im Produktionssektor
Mentoring bringt in jedem Arbeitsumfeld viele Vorteile mit sich:
- mehr Engagement der Mitarbeiter;
- Erhalt von Wissen und Erfahrung innerhalb der Organisation;
- höhere Mitarbeiterbindung;
- persönliche Entwicklung von Mentee und Mentor;
- mehr Arbeitsfreude und zufriedene Kunden.
Wenn wir speziell auf den Produktionssektor blicken, ergeben sich zudem weitere Pluspunkte durch Mentoring:
- Steigerung des Sicherheitsbewusstseins und der Produktkenntnis;
- geringeres Risiko für Arbeitsunfälle und krankheitsbedingte Ausfälle;
- Steigerung von Effizienz und Produktivität.
Kurz gesagt: Es lohnt sich definitiv, über den strukturellen Einsatz eines Mentors in deiner Fabrik oder Werkstatt nachzudenken! Natürlich haben wir in diesem Zusammenhang ein paar Tipps für dich:
1. Wähle deinen Mentor wohlüberlegt aus
Ein Mentor hat eine beratende Rolle und muss in der Lage sein, die Begleitung seines Mentees oder seiner Mentees gut zu gestalten. Das erfordert nicht nur inhaltliche Erfahrung und Fachwissen, sondern auch gute Soft Skills, wie soziale Kompetenz, Motivationsfähigkeit und Führungseigenschaften. Behalte dies bei der Ernennung eines Mentors im Hinterkopf.
Meist ist ein Mentor ein „alter Hase“ im Geschäft, mit vielen Dienstjahren und langjähriger Erfahrung beim Arbeitgeber. Doch es gibt auch das „Reverse Mentoring“: In diesem Fall ist es ein jüngerer Mitarbeiter, der älteren Kollegen etwas beibringt. Zum Beispiel bei der Nutzung von KI oder anderen Computertechnologien oder bei Hightech-Produktionsmitteln.
Mentoring kann also auch in die andere Richtung die Generationenlücke schließen!
2. Unterstützen Sie Mentoren aktiv
In der Regel muss Mentoring mit anderen täglichen Aufgaben kombiniert werden. Vermeiden Sie Arbeitsdruck, indem Sie Mentoren gut unterstützen. Planen Sie beispielsweise ausreichend Zeit für die Betreuung der Mentees ein. Berücksichtigen Sie im Dienstplan Vorbereitungszeit und Evaluierungstermine und ermöglichen Sie es, bei Bedarf Kapazitäten freizuschaufeln, damit der Mentor beobachten kann, während der Mentee die ausführende Arbeit übernimmt.
Um die Fortschritte des Mentoring-Programms gut überwachen zu können, sollte alles online registriert werden. Sollte der Mentor noch nicht sehr digitalaffin sein, bieten Sie neben einem Laptop auch einen Computerkurs an. Bedenken Sie auch, dass gerade in einem Produktionsumfeld nicht jeder daran gewöhnt ist, einen unerfahreneren Kollegen anzuleiten. Daher ist eine Schulung des Mentors, beispielsweise in Führungskompetenzen, keine überflüssige Investition.
3. Art der Mentee-Betreuung
Treffen Sie eine bewusste Entscheidung für die Form der Betreuung. Wenn Sie die Fähigkeiten eines Mitarbeiters verbessern und vielleicht auch dessen weitere Laufbahn besser gestalten möchten, ist eine 1-zu-1-Betreuung wahrscheinlich am besten geeignet. Hier gibt es mehr Raum für individuelle Lernbegleitung und persönliche Aufmerksamkeit.
Manchmal ist es jedoch das Ziel, ein ganzes Team gleichzeitig auf ein höheres Niveau in Sachen Fachwissen oder Effizienz zu bringen oder die Zusammenarbeit zu verbessern. In diesem Fall könnte ein Mentor auch mehrere Mentees gleichzeitig betreuen. Der Vorteil ist, dass Kollegen voneinander lernen können, indem sie Best Practices austauschen, und ein Mentor muss etwas nur einmal vor der Gruppe erklären (wenn alles gut läuft 😉).
4. Programminhalt
Dauer und Inhalt Ihres Mentoring-Programms hängen natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Denken Sie beispielsweise an das Ziel, das Sie erreichen möchten, aber auch das Wissens- und Erfahrungsniveau von Mentor und Mentee(s), das Budget und die Unternehmenskultur können variieren. Integrieren Sie bei der Zusammenstellung des Programms auf jeden Fall folgende Punkte:
- Kennenlernen: Prüfen Sie zunächst in einem Einzelgespräch, ob die Chemie zwischen Mentor und Mentee stimmt. Ist der Mentee offen für Anleitung und Entwicklung? Ist das Lernziel klar definiert? Und, auch nicht unwichtig für den Lernprozess, gibt es eine persönliche Ebene zwischen beiden?
- Erstellen Sie einen Plan: Legen Sie das Ziel fest und bestimmen Sie, was nötig ist, um diesen Meilenstein zu erreichen. Legen Sie die Messlatte nicht zu hoch; mit kleineren Zwischenschritten (und den damit verbundenen Erfolgserlebnissen) lässt sich das Endziel oft einfacher und angenehmer erreichen. Gießen Sie den Plan nicht in Beton. Sollte sich während des Prozesses herausstellen, dass das Tempo zu schnell oder zu langsam ist, oder wenn sich organisatorische oder persönliche Änderungen ergeben, muss der Plan angepasst werden können.
- Planen Sie Evaluierungstermine ein: Lassen Sie Mentor und Mentee(s) regelmäßig den Stand der Dinge bewerten. Nur so wissen Sie sicher, ob alles nach Wunsch verläuft oder ob das Programm angepasst werden muss. Stimmen Sie daher bereits zu Beginn des Mentorings die Terminkalender ab, um regelmäßig wiederkehrende Evaluierungsmomente einzuplanen.
- Abschluss: Idealerweise kommt der Moment, in dem das Endziel des Mentoring-Programms erreicht ist. Das darf ruhig einen feierlichen Rahmen haben, zum Beispiel mit einem Stück Kuchen und der Überreichung eines Zertifikats. Eventuell kann gemeinsam mit dem Mentee ein neues Entwicklungsziel festgelegt werden, an dem – ob mit demselben Mentor oder nicht – weitergearbeitet werden kann. Und vergessen Sie nicht, die vergangene Zeit zu reflektieren. Haben Mentor und Mentee noch Tipps und Anregungen?
Das kann wertvollen Input für andere Mentoring-Programme liefern.
5. E-Learning nutzen
Ein Mentoring-Programm dreht sich vor allem um die Erweiterung von Wissen, Fähigkeiten und persönlicher Entwicklung. Nicht nur beim Mentee, sondern auch beim Mentor selbst! E-Learning bietet in diesem Zusammenhang enorme Vorteile. Nicht nur, um zu vermeiden, dass man bei jedem Programm das Rad neu erfinden muss, sondern auch, um gut auf Unterschiede in Niveau und Lernstilen eingehen zu können.
Kombinieren Sie direkten persönlichen Kontakt mit Online-Material. Das spart Zeit, ist attraktiv und bietet viel Flexibilität. Ob es um den Erwerb von Hard Skills (wie das Erlernen von Technik, einer Sprache oder Computerkenntnissen) oder Soft Skills (wie Führung, Zusammenarbeit oder Kundenfreundlichkeit) geht: Sie können den Lernstoff in leicht verdauliche Module unterschiedlicher Niveaus unterteilen. Ändert sich etwas in der Organisation oder Produktionsweise? Dann ist der Lernstoff recht einfach anzupassen.
Setzen Sie beim E-Learning verschiedene Medien ein, damit für jeden etwas dabei ist. Gerade in einem Produktionsumfeld, in dem Mitarbeiter normalerweise nicht täglich mit der Nase in Büchern oder vor einem Bildschirm zu finden sind, wird ein Video oder Podcast als deutlich attraktiver empfunden. Wenn Sie sich für Text entscheiden, halten Sie diesen bitte auf einem leicht verständlichen B1-Sprachniveau.
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